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Künstlicher Regen in den Emiraten – Innovation oder Irrsinn?

Künstlicher Regen in den Emiraten – Innovation oder Irrsinn?

 

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein kleiner Wüstenstaat mit wenig Regen. Folglich ist es wohl kein Wunder, dass der Wunsch der Bestimmung des Wetters von hier kommt. Mit 70 Litern Regen pro Quadratmeter im Jahr regnet es in den Emiraten nur sehr wenig. In Deutschland sind es vergleichsweise 500 bis 800 Liter und somit knapp die zehnfache Menge.

Besonders die Stadt Dubai hat einen extrem hohen Wasserverbrauch. Die Ca. 3,3 Mio. Einwohner müssen mit Trinkwasser versorgt werden. Besonders die Touristen, die Dubai Jahr für Jahr besuchen, verbrauchen durch spezielle Bedürfnisse wie Hotelpools extrem viel Wasser. Der Grundwasserspiegel der Emirate sinkt stetig weiter ab, wodurch nun alternative Lösungen gefunden werden müssen.

 

Technologien

 

Es gibt viele verschiedene Varianten um künstlich Regen zu erzeugen. Eine davon ist das so genannte „Wolkenimpfen“. Hierbei werden winzige chemische Partikel, Kondensationskeime genannt, aus Flugzeugen abgeworfen, damit sich an ihnen Regentropfen bilden. Da durch diese Variante allerdings Chemikalien in die Umwelt abgegeben werden, wird aktuell an anderen Methoden geforscht.

Hierzu werden Drohnen verwendet, welche die Wolken elektrisch aufladen. Die kleinen Wassertröpfchen sollen sich gegenseitig anziehen und sich zu größeren Tropfen vereinen. Die größeren Tropfen verdampfen auf dem Weg zum Boden nicht sondern kommen dort als Regen an. Laut Angaben des Wetterdienstes der Vereinigten Arabischen Emirate resultierten tatsächlich starke Regenfälle im Juli 2021 aus eben jenen Methoden zur Wetterbeeinflussung.

 

Kritik

 

Einige Kritikpunkt dieser Methode bleiben allerdings. Es kann nicht geklärt werden ob aus der künstlich elektrisch aufgeladenen Wolke nicht ohnehin Regen gefallen wäre. Dies sorgt dafür, dass kurzfristig keine verlässlichen Studien zur Wirksamkeit durchgeführt werden können.

Es kommt dazu, dass die Folgen für die Natur aktuell nicht absehbar sind. Bestehende Ökosysteme sehen sich beim erfolgreichen praktizieren dieser Methode neuen Lebensräumen ausgesetzt. Genaue Folgen lassen sich schwer prognostizieren da wie bereits erwähnt, die Wirksamkeit der Wetterbeeinflussung nicht eindeutig festgestellt werden kann. Diese werden wohl erst durch Langzeitstudien sichtbar, in denen der jährliche Niederschlag über viele Jahre ausgewertet wird.

Fest steht allerdings auch, dass das Wachstum des Wüstenstaats weiterhin anhalten wird und der Wasserverbrauch auch in Zukunft weiter steigen wird. Das Erforschen neuer Technologien ist also zwingend erforderlich um zu gewährleisten, dass die Einwohner mit Wasser versorgt werden können. Jedoch darf dies nicht zu lasten der Umwelt geschehen. Hier muss also ein guter Mittelweg gefunden werden um zum einen die Ökosysteme nicht zu gefährden, allerdings auch das Wasserproblem zu lösen.

Die Emirate stehen also vor einer interessanten Herausforderung und könnten, sollte das Projekt erfolgreich sein, als Beispiel für viele andere niederschlagsarme Regionen der Welt dienen.

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